Tirol, Österreich (Werbung) 

Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

17. August 2021

Wir stehen an der Bergstation im Tiroler Waidring. Hinter mir ragt ein riesiger Dinosaurierkopf aus den Latschenkiefern hervor. Unser Nachwuchs heult Rotz und Wasser. Doch nicht etwa aus Angst vor der urzeitlichen Bestie. Im Gegenteil: „Noch nicht nach Hause! Ich will hierbleiben!“ Mir wird in solchen Momenten mal wieder klar, wie wunderbar ehrlich doch dieses kleine Wesen ist. Denn eigentlich geht es mir genau wie Mikkel: ich will auch nicht nach Hause.

Zwei Tage zuvor. Wir verlassen schweren Herzens das Eggental südlich der Alpen. Südtirol und die Dolomiten bleiben ein Herzens-Ort für uns und der Aufbruch fällt jedes Mal schwer. Dabei gibt es zum Trauern eigentlich keinen Grund, denn dieser Sommer-Trip ist noch nicht vorbei. Wir wechseln lediglich die Location und düsen rüber nach Österreich. Next: PillerseeTal in den Kitzbüheler Alpen. Oooyeah!

Das PillerseeTal ist von der Innsbrucker Autobahn aus kommend die „hinterste“ Region – es liegt noch nach Hohe Salve (übrigens ein wunderbarer Ort zum Skitouren gehen), dem BrixentalEllmau, Kitzbühel und St. Johann. Diese Ecke des Tals kennen wir tatsächlich noch nicht wirklich und sind entsprechend gespannt, was uns erwartet. Wettertechnisch schaut es schon einmal sehr gut aus: Sonne satt mit nur vereinzelten Wolken, und das laut Vorhersage für unsere ganze Aufenthaltsdauer. Doppelt-geimpft und zusätzlich getestet sind wir sowieso. Läuft bei uns.

Und wie es läuft. Kaum aus dem Auto gestiegen werden wir mit einer kühlen Schorle auf der Sonnenterrasse unserer Unterkunft herzlichst begrüßt. Das neu eröffnete Hotel Das Pillersee mit herrlichem Blick auf die Loferer Steinberge liegt nur wenige Meter vom Pillersee entfernt. Von unserem Balkon aus lassen wir kurz den Blick schweifen, bevor es mit dem Laufrad im Gepäck ans Wasser geht. Baden kann man in dem See natürlich auch, mir reicht jedoch ein kurzes Kneipp-Erlebnis im Grieslbach, um den Gedanken an den Sprung ins Wasser gaaaanz schnell zu verwerfen. Auch Mikkel traut sich kurz ins kühle Nass, weiß jedoch nicht, ob er bei dieser eisigen Überraschung heulen oder lachen soll. Wir bleiben also lieber im Trockenen und füttern von der kleinen Brücke aus Forellen und Enten und erfreuen uns an einem wunderbaren Sommer-Nachmittag ohne nasse Badehose beziehungsweise Badewindel.

Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

Beim abendlichen Schmaus in einem der wenigen Restaurants direkt am See schmieden wir Pläne für die kommenden drei Tage. Mikkel entscheidet, dass wir Dinos gucken, Katharina legt fest, dass wir zur Käsealm wandern, ich will in einem echten Bergsee schwimmen und natürlich auch zur Sommerrodelbahn. Alles vielversprechende Optionen für ein alpines Familienerlebnis, jetzt wird aber erst einmal gegessen: Springforelle mit Mandelkernsauße, Kartöffelchen und Semmelbröseln (na, wer erkennt es?). Eine willkommene Abwechslung nach all der Pasta in den letzten Tagen.

Zu späterer Stunde sitzen Katharina und ich noch auf unserem Balkon und genießen die Ruhe. Keine Autos, kein Gastro-Gelächter, kein Berliner Grundrauschen. Einfach nur Stille. Und ein Mond der sich im See spiegelt. So stelle ich mir Urlaub vor.

Hoch hinaus zum W I L D S E E L O D E R H A U S
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

Der nächste Morgen beginnt nicht direkt stressig, dennoch heißt es Gas geben, um schnell am beziehungsweise auf dem Berg zu sein. Ausschlafen ist aber mit Mikkel in einem Raum eh nicht möglich, da der um 20:00 Uhr selig eingeschlafen ist und morgens um 7:00 Uhr nach 11 Stunden Schlaf entsprechend fit ist. Mir kommt das entgegen, ich will auf unseren Reisen auch möglichst viel vom Tag haben, um bloß nichts zu verpassen.

Pünktlich um 9:00 Uhr haben wir bereits gefrühstückt und sitzen wir im Auto in Richtung Fieberbrunn Gondelstation. Unser erstes Etappenziel am heutigen Morgen, das Wildseeloderhaus, ist kein Geheimtipp, sondern ein beliebter Tagesausflug für viele Wanderer. Die Schutzhütte ist lediglich eine knappe Stunde von der Bergstation entfernt – und somit auch für Familien (ohne Kraxe) und Senioren relativ entspannt zu erreichen. Der steile Aufstieg hat es zwar zeitweise in sich, wenn ihr aber an der Hütte angekommen seid, wisst ihr warum sich das schwitzen gelohnt hat. In traumhafter Lage mit Bergsee links und Panorama rechts gibt es hier oben frische Buttermilch, Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Alles akustisch untermalt vom Gebimmel der Schafsglocken. Hier lässt es sich wirklich aushalten – egal ob im Liegestuhl am See oder auf der von der Sonne vorgewärmten Bank vor der Schutzhütte.

Viele machen es wie wir uns ziehen nach einer kurzen Rast weiter. Von hier erreicht man verhältnismäßig schnell die umliegenden Gipfel, man hat zwei Klettersteige zur Auswahl oder wandert ambitioniert den Fieberbrunner Höhenweg (9h Wanderzeit), alternativ die Gipfeltour extrem (5- 6 h Wanderzeit, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich). Wir entscheiden uns am heutigen Tag gegen den „Blumenweg“ und machen uns stattdessen über den Wanderweg Nr. 22 auf zur Hochhörndler Alm, um dort in der Sonne Mittagsrast zu machen. Danach geht es weiter zur Wildalm Käserei, eine kleine Hütte mit Ausschank und leckerem Bergkäse (es gibt nur einen Käse zur Auswahl, doch der ist richtig gut). Das klingt nun vielleicht alles eher nach einer kulinarischen Kaffeefahrt, mit Mikkel in der Kraxe ist es das aber absolut nicht. Im Gegenteil – ich bereue, dass ich kein Wechsel T-Shirt dabei habe, denn der Schweiß läuft in Bächen an mir herunter. Macht nix!

Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

10 km und 700 Höhenmeter später sind wir zurück an unserer Ausgangsposition, der Mittelstation der Bergbahnen Streuböden. Hier oben liegt Timoks Wilde Welt, ein Sammelsurium an spannenden Abenteuern für Klein (und Groß). Ich habe heute genug geschleppt und darf zur Belohnung entscheiden, was wir als nächstes machen.

Erste Aktion: Sommerrodelbahn.
Mikkel und ich wollen zusammen in einem Schlitten fahren. Dem Hinweis des Personals des Alpine Coasters folgend drehen wir unsere Cappies sportlich nach hinten, dann wird die Bremse gelöst und – zisch – es geht los. Zunächst etwas zaghaft doch dann mit immer mehr Tempo. Mikkel ruft „Schneller Papa, schneller Papa“ und ich denke mir, „kein Problem Amigo, schneller kannst du haben!“ Kreischend geht es in die Kurven. So hatte ich mir das Vatersein vorgestellt!

Zweite Aktion: Raus aus den Wanderschuhen und rein ins Nass.
Junior darf sich am Wasserspielplatz austoben, ich hingegen entspanne am Streubödensee. Selten habe ich an solch einem traumhaften Ort meine müden Füße ins Wasser getaucht. Kristallklares Blau trifft auf Bergpanorama vom Feinsten. Da sind die Strapazen der letzten Stunden schnell vergessen.

Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

An diesem Abend sind wir alle müde und glücklich. Seelig schlummert Mikkel in seinem kleinen Reisebett, wir lassen den Tag wie am Vorabend auch mit einem kühlen Bier auf dem Balkon unseres Hotelzimmers ausklingen und denken: Mann ist das schön hier. Und schön, dass wir wieder reisen können Hoffentlich bleibt es so!

REIN IN DIE GONDEL UND RAUF IN DIE U R Z E I T
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

Am nächsten Morgen geht es ins benachbarte Waidring. Oben in den Bergen wurden vor einigen Jahren Fossilien entdeckt und dies zum Anlass genommen, um auf Tuchfühlung mit den Dinosauriern zu gehen. Tada, willkommen im Triassic Park. Es scheint zunächst etwas bizarr hier oben auf der Steinplatte ein Dino-Erlebnis zu errichten, die leuchtenden Kinderaugen belehren uns aber eines Besseren. Interaktive Schautafeln, gruselige Tropfsteinhöhlen, ein flacher Badesee mit Floß, ein Niederseilgarten und eine Aussichtsplattform in schwindelerregender Höhe – alles begleitet von großen und kleinen Dinos, die teilweise auch Geräusche machen, im See verschwinden und wieder auftauchen. Kurzum, die Steinplatte ist ein echtes Kinderparadies.

Mikkel ist anfangs noch etwas skeptisch und traut sich nur auf Papas Arm näher an die großen Figuren heran. Je länger wir hier oben sind, desto mutiger wird der Kleine jedoch. Und als er dann noch kleine Dinos ohne spitze Zähne entdeckt ist er hin und weg: „So einen will ich haben!“

Ich überlege, was ich antworten soll. Der passt nicht in unser Auto? Berlin ist zu kalt für Dinos? Oder… der will bestimmt bei seiner Mama bleiben? Das letzte Argument scheint mir am wirkungsvollsten. Mikkel sieht das anders.

Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
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Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
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Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)
Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

Wie immer, wenn es am schönsten ist, soll man gehen. In unserem Falle heißt das: runter vom Berg. Während der kleine Mann unmittelbar nach diesem aufregenden Dino-Abenteuer ins Schlaf-Koma fällt und von Dinos träumt schmökern wir in unserer neuen Reiselektüre – Tirol für alle Jahreszeiten – mit Geheimtipps von der lieben Mela Hipp (die Tirol wie kaum eine andere kennt und uns in der Vergangenheit bereits den ein oder anderen Tipp persönlich gegeben hat), verlegt von den wunderbaren Reiseblogger Kollegen Marianna & Johannes im Reisedepeschen Verlag. Stimmiger kann es kaum sein.

Wir lassen uns von Tiroler Geschichten inspirieren und überlegen, was der Nachmittag noch bringt. Ob unsere kleine Reisegruppe wohl noch etwas über Bienchen und Blümchen lernen will? Das und auch wo das größte begehbare Gipfelkreuz der Alpen steht, erfahrt ihr im zweiten Teil unserer PillerseeTal Story.

Stay tuned oder wie der Tiroler zu sagen pflegt: Pfiat-enk!

Nur nach Hause wollen wir nicht – Auszeit im PillerseeTal (Teil 1)

Wir bedanken uns beim Tourismusverband des PillerseeTals für die Unterstützung dieser Reise sowie bei unseren Gastgebern vor Ort im Hotel Das Pillersee. Der Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation, spiegelt jedoch uneingeschränkt die Meinung und Eindrücke der Autoren wieder.

Weitere Informationen: https://www.kitzbueheler-alpen.com/de/pital/pillerseetal.html

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