St. Anton am Arlberg, Österreich (Werbung) 

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

10. August 2020

Keine Gelegenheit lasse ich aus, um die Interessen unseres Juniors schon heute in die richtigen Bahnen zu lenken. So wie im Auto der Fahrer entscheidet, welche Musik gespielt wird, geben wir Eltern vor, wohin die Reise geht – und was vor Ort passiert. Noch. Denn schon heute macht der Kleine „knallharte Ansagen“. Und das beginnt schon mit dem sehr frühen Start in den Tag: Papa wach?!

Dass unser Sohn recht schnell den Status Frequent Traveller bekommt, war eigentlich klar. Genauso selbstverständlich wie die frühkindliche alpine Prägung. Mit 6 Monaten durfte Junior das erste Mal mit uns ins winterliche Saalfelden Leogang im Salzburger Land. Es folgte eine erste Gletschertour im schweizerischen Engelberg und spätestens nach der sechswöchigen Elternzeit in Südtirol sollte sein kleines Köpfchen verstanden haben, was perspektivisch mit diesen Eltern auf ihn zukommen wird.

Oft frage ich mich, wie es wohl sein wird, wenn unser Nachwuchs ein wenig älter und eigenständiger ist. Wann kann ich endlich die vielen spaßigen Outdoor-Aktivitäten mit ihm machen, die aktuell noch nicht möglich sind? Bitte nicht falsch verstehen, auch jetzt schon ist das Reisen mit unserem Anderthalbjährigen ganz wunderbar, allerdings bleibe ich bei der gemeinsamen Family-Action bisher in erster Linie Zugmaschine und Lastenesel – und nicht etwa sportliches Vorbild und Lehrer.

Vermutlich wird sich daran so schnell auch nichts ändern. Auf Papas Rücken lässt sich die Welt nun mal viel besser bestaunen als auf den eigenen (kurzen) Beinen. Und selber die Berge hochzusteigen ist ja auch furchtbar anstrengend.

Viele Wege führen nach… St. Anton

Letztes Jahr in Südtirol war Mikkels koordinativer Meilenstein noch das eigenständige Drehen vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück – mal schauen, wie er sich in diesem Sommer anstellt. Wir sind wieder in den Alpen in diesem Jahr, allerdings in den nördlichen Ostalpen, genauer gesagt in St. Anton am Arlberg. Als Wiege des alpinen Skifahrens gehört die Region Arlberg definitiv zu meinen absoluten Lieblingsspots auf der wintersportlichen Landkarte. Entsprechend euphorisch versuche ich, Mikkel auch ein wenig dafür zu begeistern, schließlich kann man nicht früh genug, die Liebe zum Schnee wecken: „Schau mal, Sohn, da oben, das ist die Valuga. Und dort hinten, das ist die Albona. Wunderbarer Nordhang…“

Da man die Kids jedoch erst mit drei Jahren auf Ski stellen soll (ich muss mich also noch eine Weile gedulden) sind wir nun im Sommer am Arlberg. Eine Premiere für die ganze Familie. Bisher kannten wir St. Anton immer nur tief verschneit und als wahrhaft actionreichen Ort. Umso gespannter war ich, ob hier neben den Adrenalin-Junkies auch Familien auf ihre Kosten kommen.

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Wir erreichen den Ort auf unterschiedlichen Wegen. Katharina kommt mit dem Auto direkt aus Italien angereist, Mikkel und ich wählen die klima- und kleinkindfreundliche Bahn ab Berlin. Gemeinsam checken wir im Hotel Schwarzer Adler ein – und schon geht es los: Auf den nächstgelegenen Spielplatz! Hier erwartet mich die erste Überraschung. Es gibt einen toll angelegten kleinen See mit Bachlauf, Wasserfontänen und Kneipbecken mitten im Dorf. Und ein Schwimmbad. Das alles habe ich mit meinem „Skifahrer-Tunnelblick“ noch nie wahrgenommen. Unser Sohn hingegen, weiß diese Vorzüge gleich zu schätzen und genießt das Klettern und Spielen im Sandkasten nach der langen Zugfahrt. Katharina und ich erfreuen uns hingegen mehr am Bergpanorama und am Wiedersehen nach vier Tagen, die wir getrennt unterwegs waren. Familienzeit eben!

Am Abend schmieden wir Pläne für die kommenden Tage. Neben gemeinsamen Wanderungen steht auch ein Ausflug mit E-Bikes auf dem Programm. Dazu Bogenschießen für mich und eine Yogasession für Katharina – die Sommer-Karte von St. Anton macht‘s möglich! Selbst der Zutritt ins Schwimmbad und die Benutzung der Bergbahnen ist in der Sommer-Karte bereits inkludiert. Na dann, nichts wie los!

Sagenhaftes V E R W A L L T A L
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Anschnallen, bitte – und ab ins Verwalltal

Ich wünsche mir nicht nur, dass unser Nachwuchs einmal Freude am Skifahren hat. Begeisterung für das Radfahren wäre mindestens genauso wichtig! Entsprechend viel sind wir in Berlin mit dem Bike unterwegs. Mikkel sitzt dann entweder in seinem Kindersitz am Lenker vorne oder in seinem Multisport Trailer. Vorne findet er besser, denn da kann er die Ausfahrten lautstark kommentieren: Tatütata…

Den heutigen Ausflug mit den schnieken E-Mountainbikes muss Junior allerdings im Trailer ausharren. Auch von dort kann man die Berge und das Panorama sehr gut bestaunen und kommentieren. Und zu Staunen gibt es an diesem Nachmittag wirklich genug. Bike-Guide Christian begleitet uns in das nahgelegene Verwalltal. Für mich als vermeintlichen St. Anton-Kenner erneut eine Überraschung: Auch hier bin ich noch nie vorher gewesen… Dabei liegt das autofreie Tal nur wenige Minuten vom Dorfzentrum entfernt. Dennoch hat man das Gefühl, die Zivilisation gegen wilde Natur einzutauschen. Im Winter zieht es primär Ski-Langläufer und Winterwanderer ins Verwall, im Sommer ist es ein abwechslungsreiches Paradies für die ganze Familie – egal ob zu Fuß oder mit dem Rad.

Guide Christian fährt mit uns an einem Bachlauf und am Bikepark EldoRADo vorbei, wir entdecken zauberhafte Wald-Spielplätze, einem Hoch- und Niederseilgarten und saftig grüne Blumenwiesen bis zum fischreichen Verwallsee.

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Wer noch weiter bis zur Konstanzer Hütte in das Tal hinein radelt oder wandert, wird mit einem Traum-Panorama belohnt. Wir kommen aus dem Staunen nicht raus. Das Szenario ist einfach zu perfekt, wie aus einem Herr der Ringe Film. Links von uns fließt das Bächlein, vor uns ein Grünes Tal und am Ende ein beeindruckender Berg. Alles begleitet von dem Gebimmel der Kuhglocken, wir sind eben nicht in Neuseeland, sondern in Tirol. Und Mikkel? Der ruft nur noch „muuuuuhhhhh“….

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Zur Jause auf der Konstanzer Hütte mit Montafoner Marend, Knödeln und Kaiserschmarren gesellen sich schließlich immer mehr erschöpft aber glücklich dreinschauende Wanderer zu uns Bikern. Über 300 Kilometer markierte Wege gibt es rund um St. Anton. Wenn es nach mir ginge könnten wir gleich los. Katharina hingegen ist nach schweißtreibenden Tagen in den Dolomiten weniger traurig, dass sie nicht gleich wieder in die Wanderschuhe steigen muss, sondern mit Elektro-Unterstützung gemütlich zurück nach St. Anton radeln darf… Die Verwallrunde zu Fuß habe ich trotzdem schon fest eingeplant – allerdings erst, wenn Junior die Eltern ein paar Tage alleine wandern lässt oder er seinen Rucksack selbst über die Gipfel tragen kann!

Family H I K I N G
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Am nächsten Tag geht es für uns alle hoch hinaus. Mit der Galzigbahn verlassen wir St. Anton in Richtung Bergstation, von dort geht es mit den Valugabahnen I und II bis auf 2.800 Meter. Natürlich alles Corona-Hygienekonzept-konform mit Maske und Abstand. Das funktioniert überraschend gut. Am Gipfel liegt tatsächlich noch Schnee, doch am Horizont ziehen leider dunkle Wolken in unsere Richtung. Unsere Wanderpläne werden wir uns sicher nicht von ein paar Regentropfen zunichte machen lassen, wir nehmen jedoch eine Planänderung vor und stapfen mit Junior lieber in niedrigeren Höhen durch die Natur. Er soll die Berge schließlich positiv in Erinnerung behalten! Prägung und so…

Ein Wald voller Wunder

Rund um die Sennhütte gibt es jede Menge Angebote für die jüngeren Gäste. Mikkel stapft zielstrebig zum Naturspielplatz und Wasserweg. Hier kann er sich ordentlich auspowern, bevor es dann für ihn in der Kraxe gemeinsam mit uns hinein in den Wunderwald geht.

Ein schmaler Weg führt uns vorbei an 26 „Erlebnisstationen“, die dabei helfen, Wissenswertes rund um den Wald zu entdecken und die Einzigartigkeit der Natur mit allen Sinnen zu erleben. Eigentlich brauche ich solch angelegten Lehrpfade nicht, dieser ist aber wirklich liebevoll angelegt und eine echte Empfehlung. Irgendwann verlieren wir uns in der Natur und kommen vom eigentlichen Weg ab. Uns ist es egal. Wir stapfen zufrieden durch die Landschaft, Junior schlummert inzwischen friedlich auf Papas Rücken und träumt wahrscheinlich mal wieder von Kühen. Ja, so irgendwie hatten wir uns das vorgestellt, unser kleines Familien-Bergidyll.

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton
Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

An unserem letzten Tag am Arlberg machen wir uns ein weiteres Mal auf den Weg mit Kraxe und geschnürten Wanderstiefeln. Wegen des weiterhin unbeständigen Wetters bleiben wir erneut etwas tiefer am Berg in bewaldeten Regionen anstatt mit der Gondel hoch hinauf zu fahren. Die Frage, warum St. Anton eigentlich ein so beliebtes Wintersportgebiet ist, stellt sich uns nicht mehr – denn es geht furchtbar steil bergauf. Ich schnaufe jedenfalls ordentlich mit den 15 Kilo fröhlich brabbelndem „Marschgepäck“ auf dem Rücken – lasse aber dennoch den Extraloop zum Wasserfall nicht aus. Wir wollen Junior schließlich was bieten in seiner Kraxe.

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Der Weg geht immer weiter und immer höher hinauf. So dass wir regelmäßig unsere App checken und prüfen, ob wir wirklich noch richtig sind. Natürlich sind wir das, auf der Karte sah der geplante Loop aber deutlich kürzer und nach weniger Höhenmetern aus… Irgendwann erreichen wir dann aber doch noch die Fortstraße und mein alter Körper signalisiert, dass es wirklich gut wäre, nun nicht noch weiter bergauf zu steigen. Joggen in Berlin ist doch etwas anderes, als das Wandern in den Bergen!

Nach drei Tagen Familienzeit in den Bergen mit unserem Mini sind wir absolut überzeugt, dass der Arlberg nicht nur im Winter eine Reise wert ist und dass drei Tage viiiiieeel zu kurz sind, um all die tollen Outdoor-Erlebnisse in und um St. Anton im Sommer wahrzunehmen. Natürlich kommen wir wieder! Dann mit einem Kind, dass nicht mehr nur auf Papas Rücken oder von Papa gezogen die Welt entdeckt, sondern dass dann vielleicht schon ganz selbstständig seinen ersten kleinen Berg erklimmt. Oder, um die ersten Versuche auf Ski zu wagen… Oh, ich freu mich schon!

Angeschnallt und aufgesessen – auf nach St. Anton

Wir bedanken uns beim Tourismusverband St. Anton am Arlberg für die Unterstützung dieser Reise sowie bei unseren Gastgebern vor Ort im Hotel Schwarzer Adler. Der Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation, spiegelt jedoch uneingeschränkt die Meinung und Eindrücke der Autoren wieder.

Weitere Informationen:
https://www.stantonamarlberg.com/de
https://www.sommerkarte.at/de
https://www.schwarzeradler.com 

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