Wildschönau, Österreich (Werbung) 

Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise

21. August 2019

Als jüngstes von drei Kindern hat man es nicht leicht. Besonders, wenn die älteren Geschwister Mädchen sind. Oft brüllte ich verheult meinen Schwestern entgegen, dass ich später zehn Kinder haben will – neun Jungs, und als jüngstes dann ein Mädchen. Das soll dann mal erleben, was es bedeutet, immer von den Großen geärgert zu werden!

Heute weiß ich, dass ich es damals eigentlich ganz gut angetroffen hatte und in allerlei Belangen – Ausweitung der elterlichen Grenzen, Shuttleservices, „coole“ aufgetragene Klamotten, Entschuldigungen von Fehlstunden und, und, und… – brutal profitiert habe. Die unendlich vielen lustigen und emotionalen Momente, damals wie heute, kommen natürlich noch on Top.

Ich pflege ein sehr gutes Verhältnis zu meinen beiden Schwestern, auch wenn sie von Berlin furchtbar weit weg wohnen und wir uns viel zu selten sehen. Zehn Kinder habe ich übrigens nicht bekommen (und das wird wohl auch nichts mehr), tja, und unser Kleiner ist, wie es der Zufall wollte, der Jüngste von drei Enkeln der neuen Familiengeneration. Meine Schwestern haben beide jeweils ein Mädel. Und diese Zwei zeigen Klein-Mikkel heute schon, wo der Hammer hängt. Es gibt also Parallelen – und er darf sich auf alles freuen, was da noch auf ihn zukommt… Einen ersten Vorgeschmack gab es in diesem Sommer.

Ein Wochenende im Familiennest

Juli 2019. Wir sind mal wieder in den Bergen unterwegs, dieses mal in den Kitzbüheler Alpen, genauer gesagt in der Wildschönau. Und da unsere Ferienwohnung viel zu groß für zweieinhalb Personen gewesen wäre, die Region zudem zu den Familiennestern Tirols gehört und noch dazu schön nah an München liegt, ist eine meiner Schwestern mit ihrer Familie auch dabei. Ich fahre also mit meiner Schwester in die Berge – fast so wie früher. Dieses mal jedoch mit Kind(ern) und Kegel statt Tequila im Gepäck (ich erinnere mich noch genau an den ersten Skiurlaub ohne die Eltern, Kati)…

Der gemeinsame Urlaubstag startet zeitig. Schon früher, als wir noch mit den Eltern unterwegs waren, sehnten wir Kids uns nach mindestens einem Tag Ausschlafen. „Schließlich haben wir Ferien.“ Leider ein Ding der Unmöglichkeit, wenn beide Eltern Frühaufsteher sind. Heute, rund 25 Jahre später, müssen wir wieder früh aus dem Bett. Der Nachwuchs quietscht ab sechs munter drauf los, voller Erwartung auf einen neuen Tag … Doch ist das morgendliche Toben mit den Kleinen natürlich etwas wunderbares, was man auf keinen Fall missen möchte. Es trifft sich daher sehr gut, dass unsere Ferienwohnung einen Frühstücksservice beinhaltet und ich lediglich eine Etage tiefer gehen und im Eingangsbereich unserer Pension die bestellten Semmeln einsammeln muss. Mehr Zeit für den gemeinsamen, ausgedehnten Start in den Tag – mit einer großen Runde am Frühstückstisch. So wie früher!

Rauf auf den Berg 

…geht es heute wie damals. Die Frage ist lediglich: wie? An diesem Wochenende entscheiden wir uns ganz bequem für eine der beiden Sommerbergbahnen (gratis mit der Wildschönau Card). Die Talstation der Markbachjochbahn ist nur wenige Meter von unserer Herberge entfernt. Nach der Eltern-Auszeit in Südtirol ist es ein völlig neues Erlebnis, endlich einmal nicht erst nach stundenlanger Wanderung mit Baby in der Trage verschwitzt und ausgepowert auf dem Gipfel anzukommen. Bleibt mehr Energie für die nächste Etappe in luftiger Höhe. Denn das Hochplateau des Markbachjochs ist der perfekte Startpunkt für kurze oder auch längere Touren – je nach Lust und Fitnesslevel. Selbst kinderwagentaugliche Ausflüge sind möglich.

Und falls ihr – oder euer Nachwuchs – mal keine Lust auf Wandern habt, lohnt sich die Bergfahrt trotzdem. Von oben hat man nämlich einen herrlichen Rundblick über die Kitzbüheler Alpen und den benachbarten Wilden Kaiser. Und zur kleinen Kapelle oder zum Gipfelkreuz schafft man es auch ohne große Wanderambitionen. Oder man setzt sich auf die erstbeste Bank und schaut den Paragleitern beim Starten zu, genießt ein kühles Getränk und lässt die Seele baumeln.

Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise

Dass ich ein großer Fan von Hängematten bin, ist ja nichts Neues. In der Wildschönau scheint es Leute zu geben, die die Vorzüge vom „gepflegten Abhängen“ ebenfalls zu schätzen wissen. An verschiedenen Spots gibt es offizielle Hängemattenstationen. Auch an der Bergstation der Markbachjochbahn. Panoramaschaukeln auf 1.500 Metern übern Meeresspiegel. I like.

Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise

Es ist sehr verlockend, den Tag gleich hier in der Senkrechten zu verbringen, doch verspüren wir vier Erwachsenen durchaus den Drang, uns noch etwas zu bewegen. Wer weiß, was er will (und wozu er körperlich in der Lage ist) kann online perfekt seine Tour planen. In unserem Fall, (Wandern mit zwei Babys) ist das mit der Planung aber so eine Sache. Wenn ich in den letzten neun Monaten eines gelernt habe, dann die Sicherheit, dass es keine Planungssicherheit gibt. Wir stapfen also einfach drauf los und hoffen, dass die Kleinen mitspielen. Unser Ziel: die Käsealm. Die Großen freuen sich auf die kulinarische Belohnung nach der Anstrengung und die Knirpse können vor Ort die Kühe bestaunen. Klingt doch irgendwie nach einem Plan! Und er sollte tatsächlich aufgehen!

Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise

Ab ins Freibad, Baby (und eine Alternative)…

Mikkel kann sich glücklich schätzen, dass wir ihn sommers wie winters mit auf die Gipfel dieser Welt nehmen werden. Als Kinder waren wir ausschließlich im Winter in den Bergen. Die Sommerferien wurden eher an der Nordsee oder im Langenberger Freibad verbracht. Mit Freunden abhängen, Pommes essen, Tischtennis spielen und darauf warten dass die Wellenanlage wieder eingeschaltet wird. Auch schön, aber eben ohne Panorama. An diesem Nachmittag in Tirol holt die Vergangenheit meine Schwester und mich ein. Und mit uns auch den Rest der Bande. Da die Wildschönau Card auch den Eintritt ins örtliche Freibad inkludiert, beschließen wir spontan, den Ausflug auf den Berg mit einer kleinen Abkühlung ausklingen zu lassen. Die Lautstärke in Freibädern hat sich über die Jahre nicht verändert, die Begeisterung in den Gesichtern der Kinder auch nicht. Also Schwimmwindel an (für Mikkel, nicht für mich)  und ab ins Mini-Planschbecken. Yeah!

Wenn das Sommerwetter mal nicht so mitspielen sollte (oder ihr einfach keine Lust auf Freibad habt), dann kommt hier noch eine weitere Empfehlung für einen wirklich schönen Ausflug in die Umgebung: Ein Abstecher zur nahe gelegenen Kundler Klamm. Mit ihren beeindruckend hohen Felswänden und einem wunderbaren Bach zum Plantschen, Steine springen lassen, oder Füße abkühlen zählt die Klamm nicht ohne Grund zu einer der schönsten Naturschluchten in Österreich.

Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise
Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise

Und auch hier holt mein Schwesterlein und mich die Erinnerung an vergangene Zeiten ein. Hätten wir damals mit unserem alten Herrn den Versuch gestartet, die 3,5 Kilometer lange Wegstrecke zu gehen, hätte das niemals geklappt. Denn wenn nach dem Skifahren ein Bachbett in der Nähe unserer Unterkünfte war, in dem Findlinge, Mineralien, vom Wasser geschliffene Hölzer oder sonstige „Schätze“ darauf warteten, gefunden zu werden, wurde alles drum herum ausgeblendet. Unser Vater war der Schatzsucher wohlgemerkt, nicht wir Kinder! Und das ist er bis heute, wie ich vergangenen Herbst in Griechenland noch einmal mit ihm erleben durfte. In Zukunft freue ich mich darauf, wenn er mit seinen Enkelkindern auf Entdeckungsreise geht…

Ich bin mir sicher, wären wir im Winter in die Wildschönau gefahren, hätten meine Schwester und ich noch viel mehr Flashbacks gehabt. Es waren aber auch so schon ganz wunderbare Tage – in einer neuen Familienkonstellation. Wir als Eltern – und doch irgendwie auch als kleiner Bruder und große Schwester, die wir damals waren und immer sein werden. Und wenn Mikkel und Liv älter sind, kommen wir gemeinsam wieder und probieren das Trampolin, den Hochseilgarten, die Mountainbike-Trails, den Bergsee und, und, und… Darauf freuen sich die Kleinen UND die Großen!

Familienausflug in die Tiroler Alpen – eine Zeitreise

Wir bedanken uns bei der Region Wildschönau für die Gastfreundschaft. Dieser Artikel beruht auf einer Einladung, spiegelt jedoch uneingeschränkt die Meinung und Eindrücke der Autoren wieder. Übrigens, die Wildschönau gehört, zusammen mit 18 weiteren Gemeinden in Tirol zu den Tiroler Familiennestern. Jeder dieser Orte beschäftigt beispielsweise im Sommer Kinderbetreuer für ein naturnahes Spielprogrammen, Gäste wohnen in besonders familienfreundlichen, geprüften Hotels, Pensionen und Bauernhöfen und vieles mehr…

Mehr Informationen unter www.wildschoenau.com und unter www.tiroler-familiennester.at

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