Gardasee, Italien 

Sommer, Sonne, Lago di Garda

11. Mai 2015

Was macht der Münchner an einem langen Wochenende? Richtig, Bike aufs Dach und ab an den Gardasee. Aber nicht immer bleiben die Münchner unter sich. Über den 1. Mai waren auch zwei Berliner unter den vielen, vielen reiselustigen Bayern auf der A13 Richtung Süden unterwegs. Zwei Berliner auf ihrem Weg OUT OF OFFICE!

Wie immer, wenn die ersten Frühlingstage dazu anregen, den Park auszuchecken, den Balkon zu begrünen, den Wagen zu waschen oder einfach nur das erste Eis zu schlabbern, verblasst zunehmend der Wunsch nach Käsefondue und Tiefschneeabfahrten. Es wird einfach Zeit für den Sommer! Leider kommt dieser in unseren Breitengraden der Regel viiieeeel zu langsam in Fahrt, so dass man ab und zu nachhelfen muss, z.B. indem man ein paar Kilometer weiter südlich fährt, um erste sommerliche Momente zu erleben. Auch wir lechzten zuletzt nach warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und stiegen voller Vorfreude auf ein langes Wochenende mit Pasta, Vino und Gelato in den Flieger nach München, um von dort mit dem Wagen weiter zu düsen hin zu Italiens bekanntesten See – an den Lago di Garda.

Sommer, Sonne, Lago di Garda

Ist das Schnee?

Natürlich waren wir nicht die Einzigen mit dem grandiosen Plan “Schnell mal über den Brenner ab an den Gardasee.” Auch ein paar andere Münchner sagten sich: “An diesem langen Wochenende sollten wir schnellstmöglich den Wagen beladen und los, denn Italiens Autobahnen können ja nix. Nur Zwei Spuren und viel zu viele Baustellen!” Es ging also darum, schneller vor Ort zu sein, als die anderen – um dem drohenden Verkehrschaos zu entgehen. Wir spielten ganz clever den Online-Joker und kauften die Vignette für den Brenner Pass vorab online, um die Wartezeit am Kassenhäuschen zu vermeiden. Aber dann erwischte es uns eiskalt: Stau-Alarm. Wir staunten nicht schlecht, als wir ausgebremst wurden – nicht etwa vom Kassenwart sondern von einem vorausfahrenden Streuwagen. Mist, am Pass schneite es (und wir hatten Flipflops im Gepäck).

Sommer, Sonne, Lago di Garda

Je näher wir uns unserem Ziel kamen, desto wärmer wurde es aber glücklicherweise wieder. Als wir in Riva del Garda den Wagen parkten, die Sonnenbrillen zückten und den Seeblick mit einem ersten Aperol Spritz genossen, wussten wir warum dieses hübsche Fleckchen Erde schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Ciao, ciao Bella Italia!

Sommer, Sonne, Lago di Garda
 

Ein Leben ohne Leidenschaft ist nicht Italien.

Dolce Vita – nicht nur für Outdoor-Fans

Der Gardasee zieht alle an: Den einen reizen dabei eher die Berge zum Klettern oder Wandern, der andere steht mehr auf Wind und Wasser. Und wer einfach nur das milde Klima und köstliche Essen genießen will, kann am Gardasee quasi überall die Seele baumeln lassen. Nicht zuletzt ist die Region auch ein Eldorado für Mountainbiker und Rennradfahrer. Überall wimmelt es nur so von Menschengruppen auf Zweirädern. Spätestens wenn man auf der Panorama Küstenstraße mit dem Auto unterwegs ist, weiß man auch, warum das Bike so beliebt ist. Es ist definitiv das schnellere Fortbewegungsmittel zwischen den touristischen Hotspots wie Riva, Malcesine oder Salò.

Sommer, Sonne, Lago di Garda
Sommer, Sonne, Lago di Garda
Sommer, Sonne, Lago di Garda

Waren wir den bayerischen Wochenend-Touris auf dem Brenner noch nicht wie geplant entkommen, schafften wir es zumindest in Bezug auf die Wahl unserer Herberge, allen ein Schnippchen zu schlagen. Wenn man nämlich in einem nur wenige Kilometer vom See entfernten Bergdorf wohnt, ist der Massentourismus der Küstenstädte auf einmal weit, weit weg. Herrlich!

Unser Apartment im mittelalterlichen Dörfchen Canale di Tenno überzeugte allein schon durch einen traumhaften Blick über den nördlichen Zipfel des Gardasees. Aber auch sonst ist das kleine Örtchen absolut malerisch und friedlich. Wären nicht ab und zu vereinzelte überambitionierten Radler auf Ihren Hightech Velos die Serpentinenstraßen den Berg hinauf an uns vorbei geradelt, hätte man meinen können, durch einen Zeittunnel gefallen zu sein.

Am Ende hielt der Gardasee alles, was wir uns von diesem Kurztrip versprochen hatten: Eine ordentliche Portion mediterranes Sommerfeeling inklusive viel Antipasti, Vino und Gelato plus kurze Hosen, Bötchen fahren und Sonnenbrand!  Aber wie immer sind drei Tage natürlich viel zu kurz, um allen (Outdoor-)Leidenschaften mit Muße nachzugehen und um vollkommen zu entspannen.

Wir müssen also wiederkommen – zusammen mit all den anderen Reisehungrigen mit Münchner Kennzeichen…

Sommer, Sonne, Lago di Garda
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