Pool, Palmen und Panorma: Das Laurin in Dorf Tirol
Dorf Tirol in Südtirol kennen wir. Aber das Hotel Laurin noch nicht. Kurzerhand tauschen wir Wanderschuhe gegen Badeschlappen, den frühen Vogel gegen spätes Frühstück und Vertrautes gegen neue Eindrücke. Drei Tage, ein Pool-Versprechen an unseren Junior und ein Hotel, das uns überzeugt.
Südtirol ist einfach immer eine gute Idee.
Es ist etwas Zeit vergangen, seit wir zuletzt in „Tirolo“ waren, jenem kleinen Dorf oberhalb von Meran, das die Südtiroler selbst einfach „Dorf Tirol“ nennen – und das Touristen gemeinhin schon mal mit dem gleichnamigen Bundesland im Nachbarstaat Österreich verwechseln. Wir mögen alles an dieser Region. Tradition und Moderne. Raue Berge und mediterranes Palmen-Flair. Heiße Sommertage im Tal und die Frische auf den umliegenden Anhöhen. Wir kommen seit Jahren nach Südtirol und werden einfach nicht fertig damit, die vielfältigen Täler und Ecken zu entdecken.
Bei unserem Besuch im vergangenen Sommer war das Programm vor Ort klar vordefiniert. Junior Mikkel muss für ambitionierte Bergtouren noch etwas mehr Wanderenthusiasmus entwickeln. Und ehrlich gesagt: Auch wir haben uns durchaus darauf gefreut, Dorf Tirol und das Meranerland in diesem Jahr entspannter und ohne allzu fordernde Bergtouren zu entdecken. „Active Recovery“, würde mein Spinning Coach sagen. Ich sage: Einfach mal Urlaub machen. Außerdem hatten wir einen konkreten Auftrag: Das Hotel Laurin in Dorf Tirol unter die Lupe nehmen. Aber gerne doch!
Nicht neu — aber neu gedacht
Das Laurin gibt es schon lange. Es ist ein Haus mit Geschichte, das seit Jahrzehnten (Stamm-)Gäste empfängt und glücklich macht. Was sich zuletzt verändert hat, ist neben einer umfangreichen Modernisierung zum 4-Sterne Haus, die Haltung dahinter: Ein Generationswechsel hat dem Hotel eine neue Richtung gegeben. Als die Geschwister der Familie Illmer vor einigen Jahren übernahmen, war es eine sehr bewusste Entscheidung, das Angebot reduzierter und flexibler zu gestalten – und damit auch für Besucher zu öffnen, die andere Ansprüche an ihren Urlaub in der Region haben. Die Gäste sind jünger, zuweilen auch preisbewusster, designaffiner und oft auch spontaner. Das Laurin hat ein ein entsprechende Angebot entwickelt – und hebt sich damit von den vielen „klassischen“ Häusern im Ort ab.
Keine schlechte Strategie. Zwar ist Dorf Tirol nach wie vor durch seine Nähe zu Meran und dem vergleichbar einfachen Einstieg in die Bergwelt über die Seilbahn Hochmuth insbesondere bei ältere Semestern recht beliebt, jedoch haben längst auch viele Familien, junge Paare und aktive Reisende den hübschen Ort für sich entdeckt. Und die hinterfragen noch einmal mehr, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das Laurin hat für genau diese anspruchsvolle Zielgruppe eine überzeugende Antwort entwickelt.
Die Fahrt über den Brenner und weiter in Richtung Bozen, Meran und nach Dorf Tirol führt uns vorbei an den üblichen Panoramen und zuletzt über kurvenreiche Straßen, die man entweder liebt oder verflucht. Wir lieben sie! Wir schwelgen in Erinnerungen an die vielen traumhaften Touren, die wir hier schon gemacht haben. „Da oben müsste doch die Mutspitze sein.“ „Schau mal, hier war der Gasthof, bei dem wir damals das krasse Gewitter beim Abendessen hatten.“
Mikkel hat für all das wenig übrig. Er hat nur Augen für die Paraglider am Himmel – und die Eisdielen entlang der Dorfstraßen. So setzt jeder von uns seine eigenen Prioritäten.
Frischer Wind statt Trachten-Flair
Schließlich erreichen wir unser Ziel. Das Laurin liegt etwas versteckt — scharf rechts ab, neben der Dorfstraße, schon stehen wir davor. Von außen: unaufgeregt, unauffällig. Aber schon in der Tiefgarage ändert sich das Bild. Gelb-grüne Grafiken an den Wänden und Türen signalisieren unmissverständlich: Das hier ist kein klassisches Alpenhotel. Kein Hirschgeweih, keine Trachten, kein Schnickschnack.
Am Empfang öffnet sich der Blick in die weite Lobby, die gleichzeitig das kleine Bistro beherbergt. Große Fenster, helles Holz, moderne Möbel, ein stimmiges Farbkonzept. Minimalistisch, aber warm. Genau unser Ding.
Balkon, Berge, und ein klarer Standpunkt
Auch unser großzügiges Zimmer knüpft nahtlos an das an, was wir bereits in der Lobby wahrgenommen haben. Raum, Klarheit, Leichtigkeit. Mikkel hat sogar eine eigene Etage für sich — was uns allen recht gelegen kommt. Wir entspannen gleich mal auf dem wunderbaren Balkon mit den bequemen Sonnenliegen, von dem aus man einen Traumblick in den Garten und auf den großem Pool hat. Und dahinter: die Berge.
Gleich gehe ich in Gedanken Trails ab und fange an, Gipfel einzuplanen, als Mikkel das Wort ergreift. „Papa. Du hast mir versprochen, dass wir als Erstes in den Pool gehen.“ Und da Versprechen bekanntermaßen nicht gebrochen werden und ich nach der Autofahrt sowieso eine Abkühlung gebrauchen kann, bin ich sogleich bereit. Die Berge laufen uns nicht weg und schließlich wollen wir einfach nur Urlaub machen.
Drei Tage, die sich richtig gut anfühlen
Insgesamt verbringen wir drei wunderbare Tage in und um Dorf Tirol – für uns der perfekte Ausgangspunkt für diesen Urlaub: Ruhiger als Meran, näher an den Bergen, und mit dem Laurin auch mit einer Unterkunft, die allein den Besuch wert ist.
Vormittags machen wir ausgedehnte Spaziergänge und leichte Wanderungen auf dem „Wein-“ oder „Apfelwege“, die gleich im Dorf starten. Die Reben leuchten in einem satten Dunkelrot, die Trauben hängen so schwer, dass sich die Pflanzen unter ihrer Last nach unten neigen. Mikkel findet das faszinierend: Auf Zehenspitzen stehend kommt er mit dem Kopf fast an die Trauben heran — beinahe fallen sie ihm in den Mund. Ähnlich beeindruckend: die Apfelbäume links und rechts des Weges, vollbehangen bis auf den letzten Ast.
Wenn Mikkel die Beine zu schwer werden und die gute Laune schwindet, legen wir eine wohl verdiente Rast ein. Eis oder Apfelschorle, oder beides – je nach Stimmungslage.
Zwei Orte haben uns besonders gut gefallen. Der Hofschank des Fischerhofs ist einer davon: ein von Palmen gesäumter Garten, in dem man im Halbschatten sitzt und neben lokalem Apfelsaft und eigenem Wein auch köstliche Snacks und Kuchen bekommt. Der Ort hat etwas Unwirkliches — Palmen in Südtirol, tatsächlich nicht ungewöhnlich im Meranerland. Berge im Hintergrund. Und niemand hat es eilig.
Wer es traditioneller mag, sollte unbedingt einen Einkehr-Stopp am Schloss Thurnstein einplanen. Schon von Außen wirkt es wie ein kleines Museum — und innen offenbart sich dann eine Stube wie aus einem anderen Jahrhundert. Von der Sonnenterrasse blickt man auf die gesamte Falknerpromenade von Dirf Tirol, gleich unterhalb des Schloss Tirols mit seiner eigenen Falknerei. Wer Glück hat, sieht die Vögel fliegen.
Was das Laurin so besonders macht
Zurück ins Hotel. Was bleibt: das Gefühl, dass hier jemand wirklich etwas Neues entwickelt hat. Das Laurin hat ein Konzept, das wir so noch nicht oft gesehen haben — und das wir ehrlich gut finden. Kein starres Halbpensions-Schema, keine Pflichtmenüs. Stattdessen echte Wahlfreiheit: Das Frühstücksbuffet ist im Preis inkludiert, abends entscheiden wir selbst. Im Laurin essen? Jederzeit. Die Restaurants in Meran oder Dorf Tirol erkunden? Auch gut. Alternativ gibt es auch eine Halbpensions-Option mit viel Abwechslung: Showküche, Tagesgerichte à la carte, manchmal ein mehrgängiges Menü. Das Konzept nennt sich „moderne Halbpension“ — wir nennen es: endlich mal nicht im Voraus festlegen müssen, worauf man abends Hunger hat.
Der Mix aus Klassik und Moderne funktioniert — nicht als Stilbruch, sondern als Haltung. Junge Gäste, ältere Gäste, Familien, Paare. Flexibilität in der Ausgestaltung ohne „Muss“ aber mit viel „Kann“. Gemütliche Rückzugsorte und offene, weitläufige Bereiche. Alles unter einem Dach, ohne dass es sich zusammengewürfelt anfühlt.
Das Laurin ist keine Empfehlung im Sinne von „noch niemand weiß davon“. Aber eine Empfehlung von Herzen — eine, die perfekt ist für all diejenigen unter euch, die es unkompliziert und trotzdem besonders lieben. Auf 4-Sterne-Niveau.
Hinweis: Dieser Artikel beruht auch einer Einladung. Alle Erfahrungen und Eindrücke sind, wie immer, ausschließlich die eigenen.
Mehr Informationen: www.hwww.laurin-dorftirol.com