Alberta, Kanada 

How beef is your love?

11. Februar 2017

Kanada – damit verbinde ich in erster Linie riesige Flächen unberührter Landschaft, Tannenwälder, Wolfsrudel und Bären, die Lachse aus den Flüssen fischen, Kanufahren, Lagerfeuer,… was man halt so auf dem National Geographic Chanel oder im GEO Spezial regelmäßig zu sehen bekommt.

Mein zweiter Gedanke in Bezug auf Kanada ist sportlicher Natur: Champagne Power in den Rockies! Am besten mit Snowcat oder Helikopter hinauf in die verschneiten Berge, um keine Zeit und Kraft mit lästigem Aufsteigen zu vergeuden. Ein Traum, den wohl jeder Ski- und Snowboardfahrer kennt.

Für uns wurde dieser Traum jetzt wahr. Ganze zwei Wochen waren wir unterwegs in Alberta, im Westen Kanadas. Und es sieht wirklich so aus wie im Outdoor Magazin! Wir staunten, verweilten, cruisten mit Dauergrinsen durch verschneite Landschaften – und waren schlichtweg begeistert von diesem wunderschönen Fleckchen Erde, das genau nach meinem Geschmack ist. Apropos Geschmack… Wusstet ihr, dass Kanada auch kulinarisch richtig viel zu bieten hat? Nein? Ich auch nicht. Bei unserer Reisevorbereitung war zwar immer wieder vom weltbesten »Alberta Beef« die Rede, jedoch hatte Fleisch für mich noch nie einen allzu hohen Stellenwert. Im Restaurant ist es stets Katharina, die den Grillteller ohne Beilagen bestellt. Ich dagegen favorisiere eher Fisch und stehe auch total auf »High Carb« Pasta. Vielleicht gefiel mir Indonesien auch deshalb so gut, da es dort bereits zum Frühstück Nudeln gab. Wie dem auch sei, trotz zahlreicher sportlicher Aktivitäten auf und neben der Piste, komme ich aus Kanada mit einigen Extra-Kilos zurück nach Berlin. Der Grund dafür sind unter anderem folgende Spezialitäten, die jeder Kanada-Besucher unbedingt einmal probieren sollte!

BREAKFAST: CINNAMON ROLL

Halleluja. Wenn der Tag mit solch einem »Teilchen« beginnt, brauchst du bis zum Abend erst mal keine Nahrung mehr. Ihr denkt die Zimtschnecken bei Ikea sind nicht schlecht? Dann wart ihr noch nicht auf der anderen Seite des Atlantiks. Schon beim Lesen der Frühstückskarte des Chef’s Table im stylischen Hotels Kensington Riverside Inn, unserer Herberge in Calgary, lief mir das Wasser im Mund zusammen. Und dann wurde serviert: Warmes Gebäck vereint mit süßen Zimtzucker, fluffig gebackener Hefeteig gekrönt von “goat cheese icing, pumpkin seed streusel and apple cider glace”. Oooyeah. Der geschätzte Nährwert pro 100g liegt bei 450 Kalorien. Wie gut, dass meine Portion bestimmt ein Pfund wog. Ohne Topping versteht sich.

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STARTER: CANADIAN KALE-CESAR

Ob im Job als Grafikdesigner oder am Salatbuffet, meine Devise lautet: Weniger ist mehr! Das »Weniger« bezieht sich dabei nicht auf die Menge, sondern vielmehr auf die Zutaten. Bunt gemischte Salate können mir gestohlen bleiben. Ich favorisiere grünen Salat mit verschiedenen cremeweißen Akzenten: Croutons, Käsesplitter, Pinienkerne, Geflügelfleisch,… und helles, sahniges Dressing. Cesar Salat ist also ganz nach meinem Geschmack. Die kanadische Variante, wie beispielsweise die ausgesprochene köstliche Interpretation, die wir im Ten Foot Henry in Calgary probieren durften, basiert jedoch nicht auf Eisberg- oder Kopfsalat. Hier wird »Kale« verwendet, Hipster Grünkohl aus Hollywood. Weniger wässrig, dafür im Geschmack etwas bitterer als unsere Salate. I like.

LUNCH: ALL YOU NEED IS BEEF

Burger, Burger und noch mehr Burger. Wenn Panama von oben bis unten nach Bananen riecht, dann riecht Kanada nach gegrilltem Fleisch. Ob Bison- oder Alberta-Beef-Patty, die duftenden Buletten im Brötchen sind einfach eine Wucht und haben mit dem ollen Cheeseburger von Mc Donald’s definitiv nichts gemeinsam. Ergänzt mit Cheddar, Bacon, Onions, Barbecue-Sauce und homemade fries by side, yummie! In Berlin gibt es immer mehr und auch einige richtig gute Burger-Läden, doch können die mit den kanadischen einfach nicht mithalten. So sah zum Beispiel der Burger zur Mittagspause im Skigebiet von Lake Louise aus. Vorab noch eine köstliche Seafood-Chowder. Essen wie Gott in Frankreich… ähhhhh… Kanada natürlich.

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DINNER: BEEF IS IN THE AIR

Auch am Abend gilt: Hauptsache es ist Fleisch drin. In Banff’s PARK Distillerytrifft angesagtes Holzfäller-Interior Design auf Gegrilltes – dazu Crafted Beer oder selbst gebrannter Wodka und Gin. Wer auf seinem Kanadatrip den Banff National Park besucht (und das solltet ihr in jedem Fall machen!), der sollte auch einen Stopp in diesem Restaurant fest einplanen. Der Hochprozentige aus der hauseigenen Brennerei schmeckt übrigens besonders gut als Mix im Cocktail!

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DRINKS: CRAFT BEER

Ein Muss auf jeder unserer Reisen: Der Besuch eines Supermarktes. Je exotischer desto besser. Sweeties und Getränke suche ich grundsätzlich nach dem Packaging Design oder lustigen Namen aus. Nicht immer geht diese Taktik auf. Auch auf diesem Trip klang der Name mancher Biere besser als sie dann schlussendlich schmeckten. Vielleicht bin ich nach 20 Jahren Pils auch einfach nicht flexibel genug? Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
In einer kleinen lokalen Brauerei in Edmonton standen gleich acht (!) unterschiedliche Biere vor Katharinas und meiner Nase – kleine Gläser zum Probieren. Nach ausgiebigem Testen können wir mit gutem Gewissen sagen: Ein Abstecher zur Situation Brewerylohnt sich vor allem wegen des leckeren IPAs und den sagenhaft guten Brewmaster’s Mussels! Wer nett fragt bekommt zudem ganz persönliche Einblicke in die Bierproduktion der jungen Brauerei.

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EDMONTON – DER FOOD HOT SPOT

Wäre ich Bürgermeister von Edmonton, dann würde ich die Stadt in EATmonton umtaufen. Die kleine Schwester von Calgary wird absolut unterschätzt – ein Besuch nicht nur kulinarisch absolut lohnenswert. Das schöne hier (und eigentlich überall in Kanada) ist, dass man Einflüsse so vieler Kulturen spüren (und schmecken) kann. Statt Mauern zu bauen, wie es das Nachbarland gerade plant, stoße ich in Kanada bei einem guten Essen mit Freunden lieber auf die liberale, einwanderungsfreundliche Politik an. Auch gerne bei einem Kaffee im FARROW, Edmontons besten Sandwich Laden, oder bei einer Runde Takkos und Lime-Magaritas im stylischen El Cortez. Anyway… Cheers, Prost, Cin Cin, À la votre, Okole maluna, Salud! Schön, hier zu sein!

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LA GRANDE FINALE… CANADIAN POUTINE

Was könnte denn wohl »Poutine« sein? Ein russischer Bären-Eintopf? Ein nach Kanonenrauch schmeckendes, feuriges Chili? Rein optisch erinnerte es erst einmal an Cheese Maccaroni – und es ist eine ähnliche Schweinerei… Poutine ist vielleicht die populärste Fast-Food-Spezialität Kanadas. Das Gericht besteht aus Pommes Frites, die mit Käse überbacken und in Bratensauce ertränkt werden – wahlweise garniert mit gebratenen Zwiebeln, Bacon, Pilzen oder (wirklich sehr zu empfehlen) Streifen von der Entenbrust, wie wir es im wirklich feinen Ambiente des Ampersand 27 probieren duften. Meine Beschreibung lautet: „das zum Gericht gewordene BÖSE“! Oh My God – ist das ungesund. Und mächtig. Und lecker. Ich brauch unbedingt mehr davon!

How beef is your love?
 

good food, good people, good times.

Life´s to short for anything less.

WORK LESS. EAT MORE.

Was bleibt – nach diesem ersten Taste of Alberta? Wunderbare Erinnerungen, tausende Fotos, einige neue, extrawarme Klamotten und (wen wundert’s…) einige zusätzliche Pfunde auf den Rippen. Egal, Essen macht schließlich glücklich! Ein letzter Ratschlag für alle die im Winter nach Kanada unterwegs sind: Schnell trinken, sonst gefriert das Bier in der Hand.

How beef is your love?

Hinweis: Wir haben Alberta im Rahmen einer individuellen Recherchereise besucht. Dieser Artikel beruht auf einer Einladung, spiegelt aber uneingeschränkt die Meinung des Autors wieder. Weiterführende Infos rund um Alberta findet ihr auch hier: www.travelalberta.com

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