Auszeit unter Berggipfeln: Drei Tage im Hotel Der Löwe
Ankommen. Einchecken. Und gleichzeitig auschecken – vom Alltag zwischen Kita, Schule und Büro. Genau darauf hofften meine Freundin Miri und ich, als wir Anfang des Jahres frühmorgens in den Zug nach München stiegen, um von dort aus weiter in Richtung Alpen zu fahren. Wir waren bereit. Für einen Kurztrip, der sich genau als das herausstellte, was wir gebraucht haben…
Es gibt manchmal diesen einen Moment auf einer Reise, in dem man spürt: Ja. Hier wollten wir hin. Bei uns war es der Blick aus dem Zugfenster, kurz bevor wir Leogang erreichten. Schnee bis ins Tal, Pisten, die sich die Berghänge hinabschlängelten und über allem ein strahlendblauer Himmel, der Kaiserwetter für die kommenden Tage versprach. Wir schauten uns an und sagten nichts. Wir wussten es beide: Das wird gut!
Die Wochen zuvor waren wie so oft geprägt von viel Arbeit, viel „funktionieren“. Dieser Trip war keine große Reise – drei Nächte, vier Tage, ein (dafür viel zu schweres) Boardbag. Und gleichzeitig dieses Versprechen: abschalten, Snowboard fahren, gutes Essen, guter Schlaf, noch mehr Snowboard fahren. Und irgendwo dazwischen zwei Frauen, die einfach nur in den Tag hinein leben.
Dass wir mit dem Hotel Der Löwe in Leogang den richtigen Ort für diese Auszeit gefunden hatten, hofften wir sehr. Dass er es tatsächlich war, weiß ich jetzt mit Sicherheit.
So sieht Willkommen aus
Der kleine bezaubernde Ort Leogang liegt im Salzburger Land, eingebettet ins Saalachtal zwischen den Leoganger Steinbergen und dem Steinernen Meer. Mit dem Zug haben wir von Berlin aus bis zum lokalen Bahnhof nur knapp sieben Stunden gebraucht. Ganze zwei Mal mussten wir unterwegs umsteigen. Und nicht zuletzt dank des kostenlosen Shuttles vom Bahnhof zum Hotel war diese Anreise von Anfang bis Ende äußerst komfortabel und bequem. Liebe Bahn, gerne mehr davon!
Das Hotel Der Löwe liegt direkt im Ortskern von Leognag, ruhig und trotzdem gut erreichbar. Es vereint wohl das, was man sich unter einem klassischen alpinen Boutiquehotel vorstellt: viel Holz, etwas Stein, klare Linien in einer guten Mischung aus Tradition und Moderne. Ein schöner, warmer Ort. Und genauso herzlich, wie das Haus auf uns wirkte, wurden wir auch empfangen. Zimmer-Upgrade inklusive!
Und dieses Zimmer hatte es in sich! Ein Bett, in das man hineinfällt und nicht mehr aufstehen will. Ein Panorama-Fenster mit Blick auf die Berge. Einen eigenen Kamin, gleich zwei Balkone – und das beste: Unsere eigene Sauna! Oder wie Miri es ausdrückte: „Ein Zimmer, in dem man keine schlechte Laune haben kann.“
Der Löwe Spa: Nichts als Ruhe
Ich liebe Hotel-Spas, obwohl ich gar nicht unbedingt in die Sauna muss. Meistens reicht mir der Ruhebereich und ein gutes Bucht. Im „Löwen“ war das anders!
Sauna, Dampfbad und ein wunderschöner Ruhebereich mit Blick ins Grüne (beziehungsweise ins Weiße) im Adults-Only Bereich unter dem Dach. Und dazu ein spektakulärer Außen-Pool, den man über den Familien-Wellnessbereich erreicht. Wir haben es uns natürlich auch am Ankunftstag nicht nehmen lassen und gleich einen Abstecher in den Spa-Bereich gemacht. Noch vor dem Auspacken der Taschen. Eine gute Entscheidung.
Tipp: Wer möchte, kann auch einzelne Spa-Behandlungen buchen. Ich habe mir eine entspannte, klassische Rückenmassage gegönnt, die mich gleich noch einmal in ein anderes Entspannungs-Level katapultiert hat. Eine der besten Massagen, die ich seit langem genießen durfte.
Ab auf die Piste! Skifahren im Skicircus
Okay, kommen wir zum eigentlichen Spaß-Programm.
Das Skigebiet von Saalfelden Leogang ist Teil des großen Verbunds „Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn“ – mit insgesamt über 270 Pistenkilometern eines der größten Skigebiete Österreichs. Wir hatten mit dem Skipass Zugang zum gesamten Verbund und auch, wenn wir die größte Ski-Runde der Alpen, „The Challenge“, mit rund 65 Pistenkilometern und 12.400 Höhenmetern nicht gemeistert haben (wir hatten auch nie die Absicht, dies zu schaffen) – die große Auswahl an Pisten und Routen haben wir sehr ausgekostet.
Nachdem wir uns am ersten Tag noch etwas „warmgefahren“ hatten – mit breiten Pisten, Sonne im Gesicht, und ausgiebiger Pause auf der Terasse des Montana Royal, starteten wir am zweiten Tag bereits etwas ehrgeiziger von Leogang über Saalbach bis ins Gebiet von Hinterglemm. Ein fantastischer Skitag mit dem guten Gefühl von leicht erschöpften Beinen am Nachmittag. Und das beste: Egal, wo wir unterwegs waren, hinter jede Ecke, mit jedem neuen Lift tat sich stets ein neues, fantastisches Panorama vor uns auf.
Unser Fazit zum Skicircus? Super Pisten, moderne Liftanlagen und ein gutes Leitsystem (nicht ganz unwichtig bei der Größe des Gebiets). Warteschlangen gab es an beiden Tagen, an denen wir unterwegs waren, so gut wie keine. Die Einkehr auf den Berghütten war immer ein Highlight. Oder kurz und knapp formuliert: Dauer-Grinsen im Gesicht.
Genuss von früh bis spät
Verwöhnt wurden wir aber nicht nur auf den Pisten. Auch im Hotel blieb kein Wunsch offen – vor allem kulinarisch nicht.
Das Frühstück sorgte für die perfekte Grundlage. Frische Produkte aus der Region, ein große Auswahl, selbst gemachte Säfte, Eierspeisen frisch zubereitet nach Wunsch. Zum Glück waren wir sportlich aktiv und konnten das üppige Frühstück mit gutem Gewissen genießen, um dann gestärkt in den Tag zu starten.
Am Abend konnten wir wählen zwischen verschiedenen à la Carte-Gerichten oder einem wechselnden 5-Gänge-Menü. Immer wurden wir mit ehrlichen Gerichten verwöhnt – alpine Küche, raffiniert interpretiert. Alternativ zum Essen im Hotel hat Der Löwe mit LEO’s Kitchen & Bar gleich um die Ecke des Hotels noch einen zweiten kulinarischen Anlaufpunkt. Die Spezialität des gemütlichen Gaststhauses: Herzhafte, leckere Pinsa.
Die Abende ließen wir in der mondänen Lions Lounge oder mit einem Getränk von der Bar vor dem urigen Kamin in der gemütlichen Lobby ausklingen. In genau diesen Momenten fühlten wir uns so angekommen, so geerdet. Dort hatten wir auch die besten Gespräche. Die Art von Gesprächen, für die man im Alltag viel zu selten Zeit hat.
Zum Abschluss noch eine extra Runde Ruhe
Am letzten Tag tauschten wir die Snowboards gegen Winterboots. Nicht, weil uns die Energie fehlte, sondern weil wir wussten, dass uns dieser Abschluss gut tun würde. Eine Winterwanderung zur Sinnlehenalm durch verschneite Wälder und über stille Felder, mit Blick auf die Hänge, die wir die letzten beiden Tage auf den Snowboards erkundet hatten.
Ein kompletter Gegensatz zum Vergnügen auf den Pisten. Langsamer. Leiser. Man hört seinen Atem, das Knirschen des Schnees, gelegentlich einen Vogel. Wir haben geredet und gemeinsam geschwiegen. Manchmal hat beides eine starke Energie. Eine letzte Einkehr auf der Alm, eine heiße Kaspressknödel-Suppe, ein letzter Blick auf die Bergwelt.
Dann standen wir wieder vor dem Hotel und luden unser Gepäck ins Shuttle zum Bahnhof. Mit roten Wangen und einem glücklichen Strahlen in den Augen. Gerne wären wir noch eine Nacht geblieben. Aber das ging leider nicht. Was aber nicht heißt, dass wir nicht noch einmal wiederkommen im nächsten Jahr. Ins Hotel Der Löwe und nach Saalfelden Leogang.
Schön war’s!
Fazit/Für wen geeignet?
Dieser Kurztrip ist perfekt für alle, die Wintersport lieben, aber auch einfach mal zur Ruhe kommen wollen. Für Freundinnen, die sich zu lange nicht gesehen haben und Zeit für sich nehmen wollen. Für Menschen, die Erholung als bewusstes Erleben verstehen – mit Bewegung, gutem Essen, Natur und ein bisschen Verwöhnung in den richtigen Momenten.
Das Hotel Der Löwe in Leogang ist kein großes Haus, das versucht, alles für jeden zu sein. Es ist ein Ort mit Charakter, der genau zu uns gepasst hat: entspannt, authentisch, hochwertig ohne dabei niemals laut.
Und Leogang als Wintersportregion? Ich hatte es komplett unterschätzt. Wirklich. Die Pisten, die Landschaft, der Vibe – ein Skicircus auf höchstem Niveau.
Wir bedanken uns beim Hotel Der Löwe für die Einladung zu diesem Besuch sowie beim Tourismusverband Saalfelden Leogang für die Möglichkeit, das Skigebiet zu entdecken. Hinweis: Dieser Artikel beruht auf einer Kooperation, spiegelt jedoch uneingeschränkt die Meinung und Eindrücke der Autorin wider.