Neapel, Italien 

Sonne satt am Golf von Neapel

1. Mai 2017

Berlin am Morgen, 10 Grad – es ist dunkel und grau. Zwei Stunden später: Aus dem Flieger steigen und die warme Sonne auf der Haut spüren. Traumhaft! Geduldig vor dem Schalter der Mietwagenzentrale warten und dabei einen aufgebrachten, wild gestikulierenden Familienvater beobachten, der seine Umwelt lautstark mit italienischen Schimpfworten beglückt. Herrlich! Auf den Straßen von Neapel verloren gehen… Ewig der kleinen Küstenstraße folgen, entlang des tiefblauen Meeres… Und schließlich das Gefühl, in einer anderen Welt angekommen zu sein – unbezahlbar!

Klingt gut? War es auch! Unser jüngstes Abenteuer OUT OF OFFICE hat uns in den Süden Italiens verschlagen. Dank Direktverbindung von Berlin nach Neapel konnten wir den trüben April kurzerhand hinter uns lassen und eintauschen gegen Sonnenbrand, Spaghetti Vongole und ganz viel Dolce Vita!

Sonne satt am Golf von Neapel

EINE STADT AM FUSSE DES VULKANS

Süditalien hat den Ruf, ein wenig rauer und wilder zu sein als der Rest des Landes. Zu Unrecht, wie wir finden. Keine Spur von Mafia und Camorra. Im Gegenteil – ein Schild mit unserem Namen in der Hand begrüßt uns Vincenzo freudestrahlend und stolz in “seiner” Stadt, der heimlichen Hauptstadt, wie er betont – der schönsten, der spannendsten und der weltoffensten Stadt Italiens. Wie alle Neapolitaner trägt er sein Herz auf der Zunge und wird auch die nächsten Stunden nicht müde immer wieder zu betonen, dass Neapel die einzig wahre Stadt ist… Seine Liebe ist ansteckend! Wir sind mit Vincenzo zu einem kulinarischen Stadtrundgang verabredet. Einen halben Tag lang führt er uns durch die kleinen Gassen rund um das spanische Viertel, zeigt uns die Eingänge in die antike Unterwelt Neapels (erst waren die Griechen da, dann die Römer – und deren Zeugnisse sind in unzähligen Katakomben und Ruinen noch heute zu erleben). Vor allem aber macht er uns vertraut mit den vielen besonderen Köstlichkeiten von Bella Napoli, wie beispielsweise der besten Pizza Italiens (die natürlich in Neapel erfunden wurde): Pizza Fritta – und keine macht sie so gut wie Fernanda! Wir probieren herrlich süße Sfogliatelle (Blätterteig mit einer süßen Ricottafüllung) und lernen, dass immer derjenige den Espresso bezahlt, der die gemeinsame Kaffeepause anregt.

Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel

Neapel hat uns in wenigen Stunden komplett eingefangen. Das bunte Treiben, die wunderbaren Gerüche, die Lebensfreude, die Direktheit der Neapolitaner… Dabei sind sie ein wenig eigen und störrisch – und lassen sich vor allem durch nichts aus der Ruhe bringen. Es mag auch daran  liegen, dass sie im Schatten eines aktiven Vulkans leben. Der Vesuv gilt als der gefährlichste Vulkan Europas, sein letzter Ausbruch liegt rund 70 Jahre zurück. Weniger als 10 Kilometer vor den Toren der Stadt träumt er vor sich hin – doch ein baldiges Erwachen ist laut Experten mehr als wahrscheinlich… Hoffen wir, dass er sich noch ein wenig Zeit lässt!

Sonne satt am Golf von Neapel

TAUSCHE GROSSSTADT GEGEN URLAUB

Wir verlassen Neapel und fahren rund eine Stunde südlich. Immer entlang der Küste. Mit jedem Kilometer Strecke lassen wir den Großstadt-Trubel weiter hinter uns zurück. Unser Ziel ist die Hafenstadt Sorrent, ein Urlaubsort wie aus dem Bilderbuch. Hotels mit dem Namen Miramare, Bella Vista oder Romantica laden Gäste auf ihre strahlend weißen, herausgeputzten Terrassen ein. Zitronenbäume säumen die Straßen. Souvenirshops und Cafés drängeln sich dicht an dich in den engen Gassen der Altstadt, aus den Restaurants an der Marina duftet es verlockend noch Knoblauch und frischem Fisch. Vespas scheuchen hupend Fußgänger von den Straßen, italienische Mamas rufen ihnen empört hinterher… Mittendrin: Wir! Begeistert, verzaubert, entzückt! Urlaubsmodus an!

Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel

Später haben wir eine Verabredung mit Maria Teresa Cioffi in ihrer Eisdiele Bougainvillea im Zentrum von Sorrent. Mama Teresa führt uns in einem einstündigen Gelato Workshop in die Geheimnisse ihrer Eisrezepturen ein. Wir lernen, wie man gute sorrentinische Zitronen von schlechten (allen anderen, die nicht aus Sorrent stammen) unterscheidet, dass in ein original italienisches Eis niemals Sahne, sondern immer nur Milch gehört und dass selbstgemachtes Eis innerhalb von 48 Stunden verspeist werden sollte. Das lassen wir uns dann auch nicht zweimal sagen und kosten unsere selbst kreierten Sorbet- und Nusseis-Spezialitäten gleich mal in Ruhe durch – bevor es schlecht wird!

Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel
Sonne satt am Golf von Neapel
 

Glück kann man nicht kaufen, aber Eiscreme …

... das ist fast das gleiche.

Am Abend sitzen wir entspannt am Hafen auf der Terrasse einer Trattoria und genießen unsere Spaghetti Vongole mit Vino Rosso, blicken auf die Lichter von Neapel und die Silhouette des Vesuvs auf der anderen Seite der Bucht und sind uns einig – nirgendwo sonst wären wir gerade lieber, als hier.

Sonne satt am Golf von Neapel
EIN KURZTRIP AUS DEM BAUKASTEN – PRAKTISCHE TIPPS

Für unseren Kurztrip an die Amalfiküste hatten wir insgesamt nur vier Tage Zeit. Um den Abstecher zeitlich optimal zu nutzen, haben wir das Angebot des Reiseveranstalters Reisesalz genutzt, der nicht nur verschiedene Hotels in Sorrent im Programm hat, sondern sich zusätzlich (optional) um Flug, Mietwagen und diverse Ausflüge vor Ort kümmert. Man kann also auf alle Vorzüge eines erfahrenen Tour-Operators zugreifen, hat aber weiterhin die Wahl: Leistungen und Aktivitäten, die man im Vorfeld buchen kann – oder eben selbstständig organisert. Die geführte Foodie-Tour durch Neapel war ein solcher vorab gebuchter Reisebaustein, ebenso der Gelato-Workshop in Sorrent.

Zusätzlich stand uns ein Mietwagen von sunnycars.de zur Verfügung, was sehr praktisch und komfortabel war, um schnell vom Flughafen an die Küste zu gelangen oder um das Hinterland zu erkunden. Für einen Tagesausflug nach Neapel von Sorrent aus empfehlen wir allerdings eher den lokalen Zug zu nehmen (Fahrtzeit rund eine Stunde, 3,80 Euro pro Strecke) mit Zwischenstopps am Vesuv und in Pompeji.

 

Hinweis: Dieser Artikel beruht auf einer Kooperation mit dem Reiseveranstalter Reisesalz – die beschriebenen Eindrücke spiegeln jedoch uneingeschränkt die Erfahrungen und Meinung der Autoren wieder.

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